Pluto ist für alle da.

Bild: NASA

Pluto

Ich habe vor Jahren Pluto persönlich treffen können.
Auf einer Bank am Rhein.
Das Gespräch dauerte rund 4 Stunden.
Es ist, auch mit Hinsicht auf die derzeitige allgemeine Situation ( Coronathematik), interessant und aufschlussreich.
Es ist ein für Internetverhältnisse langer Text, doch ist er kurz, wenn man bedenkt, was Pluto zu sagen hat und das Gespräch rund vier Stunden dauerte.
Doch lesen Sie, das bekommt man selten geboten.


Pluto ist die Ruhe und Gelassenheit selbst. Pluto hat den Überblick, Pluto kann lächeln, kann blutunterlaufene Augen haben, aus dem Maul riechen, einen strahlenden Blick aufsetzen, Liebe, Strenge, Unerbittlichkeit ausstrahlen.
Das ist mir sehr gut bekannt.
Das ist mir bekannt, weil Pluto mir ein persönliches Interview gegeben hat.
Und das kam so.
Ich machte wie so oft einen meiner Spaziergänge am Rhein, in der Gegend von Düsseldorf Kaiserswerth und setzte mich, wie fast immer, auf „meine Bank”, die direkt am Rhein steht.

Dort erlaubte ich mir „fünf Minuten“ zu träumen. Ich schaute auf die immer gleichen und doch immer andersartigen Rheinwellen. Dabei saß ich auf der linken Seite der Bank. Die freie Hälfte fassen manche als Einladung auf, ebenfalls Platz zu nehmen. So gelingt es mir immer wieder, jemanden zu einem Schwätzchen anzulocken.

Ich wartete einige Minuten und schon nahm jemand Platz. Diesmal hatten keine Schritte, kein Rascheln eines Mantels oder sonst etwas den Mitsitzer angekündigt. Ich hatte sein Kommen nicht bemerkt, doch ich spürte ihn neben mir – ein merkwürdiger Gast.
Cool und neugierig wie ich bin, schaute ich in stiller Erwartung weiter geradeaus auf die Wellen des Rheins. Die Ausstrahlung – oder war es der Geruch (ich bin in diesen Dingen sehr sensibel) – des Zeitgenossen schlugen mir auf den Magen.
Ich blieb in leichter Anspannung sitzen und erwartete nichts. Der Geruch kam mir bekannt vor: Moder, Tod und Friedhof.
Ich wendete meinen Kopf in Richtung der Quelle des Geruchs. Da saß ein recht eigenartiger Menschentyp, ein Unikum, wie man hier zu dergleichen Erscheinungen zu sagen pflegt.
Der Typ saß da. Locker, einen älteren, breitkrempigen Hut in der Hand, mit einem langen, dicken grau – blauen Ledermantel, in einer langen, schwarzen Hose und mit glänzend geputzten schwarzen Schuhen bekleidet.
Wo seine ledrige Haut sichtbar war, war sie dunkelbraun und mit Leberflecken übersät.
Ich schaute ihm nochmal in die Augen und entschloss mich, einige Teile der Begegnung aufzuschreiben, und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Gestalt und ihre Ausstrahlung wurde mir von Sekunde zu Sekunde angenehmer, vertrauter und immer ein Stück sympathischer.
Diagnose: Bis jetzt schon eine sehr verwunderliche Begegnung.

Anmerkung:
Ich gebe hier das Gespräch/Interview in Auszügen wieder. Das ganze Gespräch kann jeder selbst führen.Wie das möglich ist?
Weiter unten ist eine Anleitung zu Kontakt und Gespräch mit Pluto aufgeschrieben.

Er stellte sich höflich und mit tiefer, sanfter Stimme vor.
„Guten Tag, mein Name ist Pluto, ich bin im Sternzeichen Skorpion zu Hause.
Ich möchte, dass Sie mich interviewen. Schreiben Sie über mich. Sie schreiben keinen Blödsinn, das ist mir bekannt. Über mich, den Pluto mit dem Skorpionzuhause wird viel Unsinn und Verqueres geschrieben, gedacht und erst recht gefühlt.
Das soll ein Ende haben, dafür wird es Zeit.
Er lächelte mich an, seine Augen leuchteten. Ich halte Sie für aufgeweckt und interessiert genug.“
Ich gebe Ihnen jede Antwort, korrekt, sauber, ehrlich, so wie ich bin.

Verlegene Pause meinerseits.
Mir blieb die Luft weg, ich schaute geradeaus und suchte mein Glück zu fassen.
Ich begriff, es geht nicht um mein Glück, es geht darum eine einmalige Chance beim Schopfe zu fassen.
Pluto persönlich wollte mir ein Interview zu seiner Persönlichkeit und seinen Beziehungen geben!
Ich atmete tief durch und wandte mich ihm zu. Einem muskulösen Herrn in den besten Jahren, mit buschigen Augenbrauen! Unter den Augenbrauen zwei unterschiedliche Augen. Das eine war leuchtend strahlendblau und das andere ebenso leuchtend und tiefschwarz. Ein wunderbares Lachen und Stahlen kam von ihm, das traf mich genau ins Herz.
Er:
„Ja, ich bin eine Art der aktiven Liebe.
Das ist die erste und umfassendste Antwort, die ich Ihnen auf die erste und nicht gestellte Frage geben kann.
Ihre Frage hätte lauten können: Wer sind Sie wirklich, Pluto?“


Pluto:
„Vielleicht bin ich Ihnen nicht so ganz geheuer, kann ich verstehen, weil ich bin nicht ganz von dieser Welt oder vom Menschen gemacht. Wie man es sehen mag.
Ja, mein Name ist Pluto, ohne Vor- und Nachname. Man nennt mich auch Cerberus, oder „der Höllenhund“. Man kann mich auch den „Dämon aus der Tiefe“ nennen – alles richtig.
Ich bin der Höllenhund, der alles zum Rechten bringt.“ Er lacht herzhaft, laut und „wissend“.
Pluto weiter: „Ja so geht es immer. Jeder Mensch, der mich kennenlernt, ist sehr erstaunt, erzittert, erschrickt oder sein Herz wird befreit.
Ich selbst kenne diese Reaktionen nicht, ich erschrecke nie.“
Pluto zu mir:
„Sie scheinen anders gestrickt zu sein, nach einem ersten kurzen Zucken oder Schrecken, wenn man es nennen möchte, kommen Sie mit mir in Schwingung. Nett von Ihnen, angenehm, das mag ich.“
Ich:
„Ja, ich produzierte ein kleines, mit Neugier gepaartes Unbehagen, so wie es wohl alle Menschen tun, die etwas Neuem und Fremden begegnen, doch mein Herz lacht.
Ich muss feststellen, Sie sind mir irgendwie gar nicht richtig fremd, Herr Pluto.“
Pluto:
„Wieso „Herr“ Pluto?
Ob ich männlich oder weiblich bin, interessiert nicht, wirklich nicht. Ich bin Pluto.
Der Genderkrieg ist was für Langweiler.
Daran sehen Sie schonwie ich bin: Alles, was Unsinn ist, bezeichne ich als Unsinn. Alles, was gegen das Leben, so wie es wirklich ist, ist, das lebt garantiert nicht lange.“

Er lacht und schlägt sich auf die Beine und mit den flachen Händen auf den Kopf.
Wenn es nicht Pluto wäre, könnte es lächerlich und affig aussehen.
Ich vermute, dass er mit den Gesten seine Ansicht zu den Genderfragen unterstreichen will.
Und wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich sexbesessen und sogar pervers bin, dann kann ich das auch nur belachen.
Sex dient der Lösung und Befreiung des Lebens!
Nicht kapiert?
Wer das nicht kapiert, der wird auf die eine oder andere Art zum Kapieren gebracht.
Durch mich. Da lass ich nicht locker.
Wenn eine zusammenfassende Aussage zu mir passt, ist es: Ich töte, was tot ist. Wie gesagt, ich bin eine Form der aktiven Liebe.
Wer das nicht annimmt, mag und lebt, der bekommt Anstöße von mir.
Manchmal dauert das Kapieren länger als ein menschliches Leben, dann ist das nächste Leben fällig.“
Er schlägt sich schon wieder selbst auf Beine und Kopf.
Ich:
„Pluto warum benehmen Sie sich so?“
Pluto:
„Ich amüsiere mich und belache die Menschen, die in ihrer Dummheit nicht verstehen. Das ist so, als ob sie sich selbst prügeln, nein, es ist nicht so als ob! Sie schlagen sich selbst, dass es wirklich weh tut, anstatt in Liebe zu leben.
Und dann versuchen Sie auch noch, mir alles in die Schuhe zu schieben.
Welche Dummheit, schade, dabei könnte das Leben schön und frei sein.
Das kann ein Mensch in Tiefe und Trageweite verstehen, wenn er mich rundum, innen und außen kennt und liebt.
Das trifft für die wenigsten zu, das ist klar. Die wenigsten erkennen nach der Beseitigung des Toten, dass das Leben aufblühen und sich wieder frei entfalten kann.
Und dann auch noch die vielen Astrologen, „ die Wissenden“,
er schaut mich an, will sich wieder schlagen, hält inne, schaut mich an und lacht.

„Astrologen können mich berechnen, klar, können prognostizieren, doch wirklich wissen ist mit Wissen nicht möglich.
Das zu dem traurigen Kapitel Wissen und Astrologen.“
Er lacht sich wortwörtlich krumm, da sein nun folgender Lachkrampf ihn nach vorne beugt.
Ich:
„Pluto, zu einem ernsten, sehr ernsten Thema: die Atombombe. Nagasaki, Hiroshima, der gesamte Weltkrieg? Waren diese vielen Toten nötig?“
Pluto:
„Ja, absolut und unbedingt.“
Mir direkt zugewandt und direkt voller Kraft in mein Gesicht gesprochen: „Überlege selbst!“
Ich, nach einiger Zeit mit leiser, gedrückter Stimme:
„Es waren Ihnen vielleicht sogar noch zu wenige Tote.“
Pluto:
„Es waren eindeutig zu wenige Tote, das habe ich erst nachher gesehen. Deswegen Korea, Vietnam, Kongo, soll ich noch mehr aufzählen? Zwar nicht mit Plutonium und Anverwandten, doch mit meinen Freunden Mars und Priapus. Mars als der Erfahrene in konventionellen Kriegen und Priapus als Spezialist für die perversen Quälereien wie Guantanamo, syrische und israelische Gefängnisse.“
Ich:
„Nein, es reicht!“
Pluto:
„Es reicht nicht, mein Freund, der Mars ist der Kriegsherr, nicht ich. Ich nutze nur die Kriegsenergien, um das Tote zu töten.
Es muss noch viel Totes sterben, überwunden werden oder wie du es nennen willst, bevor die Menschen verstehen lebendig zu leben und gesund zu handeln.
Durch Kriege kann Mensch lernen, dass es keine Kriege geben muss, er kann außerdem lernen, dass man keine Angst (vor Pluto) haben muss, er lernt, dass er lebensorientiert leben kann.
Er kann lernen…
Er kann lernen…
Er kann lernen, wie man das Tote hinter sich lässt und in seinem Geist, seinen Gefühlen und seinem Körper lebendiger wird, bis alles an und mit ihm lebt.
Dabei bin ich behilflich!

Alleine, wenn sie es schaffen würden, keine Angst vor dem Tod mehr zu haben, wüssten sie, dass sie ewig leben.
Meine radikale Botschaft ist: Der Tod ist überflüssig!
Um das zu realisieren, im Sein zu verstehen, müssen sie wohl noch oft sterben.
Dann sei es so.“
Er wird während seiner Worte ruhig und ernst.
Ich:
„Wer oder was ist denn bei den Kriegsgräueln das, was Sie als das Tote bezeichnen?
Pluto schaut mir direkt ins Gesicht, langsam, bedeutungsvoll:
„Alle Menschen, die Krieg wollen, sind das Tote.
Für die Toten und die Sachschäden, die sich nicht direkt gegen den Krieg gestellt haben oder nichts mit dem Krieg zu tun haben, erfanden Menschen einen Namen: Kollateralschaden.
Ich finde die Bezeichnung ekelhaft und unwürdig.
Diejenigen, die Krieg wollen, haben den Namen erfunden, um das, was sie tun, mit einem Wort zu verharmlosen. Übrigens: Weil ich manchmal mit der Beseitigung des Toten Zeit verstreichen lasse, hat man mir den Begriff der Rache zugeordnet (angedichtet). Zeit ist ein menschlicher Begriff, ich habe jede Zeit.
Zu guter Letzt gehört selbst die Zeit zu dem, was überflüssig ist. Sie stirbt.
Das ist auch mein Werk.
Und um es mal klar zu stellen:
Das Ding mit der Rache bin ich nicht. Das ist Kollegin Eris, die aber auch nur dann mit Biestigkeit, Rache und Ähnlichem aktiv wird, wenn ihre Liebe gekränkt oder zurückgewiesen wurde.
Meine Stärke ist, genau zu wissen, was nicht zum Leben und zum Fortschritt gehört.
Meine Kunst ist das Töten des Nein, das dem Leben hinderlich ist, oder es abtöten will: Ich tue es ohne Moral, ohne Bedenken, mit Eindeutigkeit, Konsequenz und Klarheit.
Wenn es dem Leben dient, dass das Leben frei wird, nutze ich jegliche Moral, Ethik, jegliche Bedenken, Lügen, Zweideutigkeiten, Lächerlichkeit. Wie gesagt, ich bin ohne Moral und Skrupel, wenn es um das Leben geht.
Ich erkenne, wo, wer, was, wie und wann das Nein zum Leben auftaucht. Ich bin zur Stelle und sorge direkt oder indirekt dafür, dass das Tote verschwindet. Das Tote zieht immer den Kürzeren bei mir.
Noch immer nicht verstanden?

Nehmen wir ein weiteres Beispiel: Sex. Sex ist zur Freude und Vermehrung auf der Welt und bei den Menschen.
Sex ist für die Liebe und das Leben.
Das Ja zu sich selbst, das Ja zum Leben.
Wer hinschaut sieht Sexkrüppel, es ist kaum zu fassen.
Zum Glück gibt es mich, die Plutoenergie. Ich erkenne genau, was Sex behindert. Ich setze mich in und auf die Behinderung, die Verkrampfung, die Moral und mache daraus das, was im Einzelfall und natürlich auch im Kollektiv zur Befreiung von Totem führt.
Aber pervers? Was ist schon pervers?
Rhetorische Gegenfrage: Was ist normal?
Das interessiert mich nicht. Mich interessiert, ob eine Intervention zum Absterben und Verschwinden des Toten führt.
Übrigens pervers: Das interessiert mich wirklich nicht. Das interessiert, wie oben schon mal gesagt, den Kollegen Priapus. Der kann echt quälerisch werden, wenn er seine Rechthaberei, Sturheit und Getriebenheit nicht in ein freies Ja, gute Stimmung, frei starke Liebeskraft umwandeln und leben kann.
So ist er nun mal!
Sicher, Priapus und ich sind verwandt. Man sieht es schon alleine daran, dass wir beide im Zeichen des Skorpions zu Hause sind.
Wir werden oft in einen Topf geworfen und verwechselt.
Das liegt weder an Priapus, noch an mir. Das liegt an dummen Menschen, die nicht wissen, was Priapus und Pluto per Substanz und Form jeweils sind und potenziell sein können.
Mir geht es so: Menschen sagen dazu: Man kann sich die Verwandtschaft nicht aussuchen.“
Pluto grinst über das ganze Gesicht. Beide Augen stechen hervor.
Das war mir Anlass ihn zu fragen:
„Warum haben Sie zwei unterschiedliche Augen?“
Er lacht schon wieder so, als ob er einen Anfall bekommt. Als er damit fertig ist, fragt er mich:
„Was ist bei Dir zu viel an Totem? Was brauchst Du und jeder Mensch nicht?
Ich lehne mich zurück, besinne mich, dann fährt es mit einem heftigen Erleben aus mir heraus, verschwindet ins Nichts.
Ich fühle mich besser, leichter und freier. So kannte ich mich vorher nicht.
Ich:
„Danke Pluto“
Mein Herz wird wärmer.


Pluto erzählte und erzählte, er erzählte von seinem Vorgänger, dem Mars im Skorpion und davon, dass Mars immer noch mit einem Fuß im Skorpion zu Hause ist. Er erzählte, was er vor seiner Zeit als anerkannter Bewohner des Skorpions getan hat.
Er erzählte davon, dass er in jedem persönlichen Horoskop zwei Funktionen hat, – eine individuelle und eine kollektive – er erzählte und erzählte.
Er hat mir viele dicke Bücher voll erzählt.
Das kann, möchte und brauche ich nicht weiterzugeben, weil jeder und alle auf eigene Art und Weise das mit den Techniken der Transformatorischen Astrologie selbst erfahren können.

Zur Erinnerung:
Pluto sagt von sich
„Ich bin tätige Liebe.“

Pluto zu mir:
„Plutonisch lernst Du schnell, sehr gut, gut talentiert.
Wo steht Dein Pluto?“
Ich:
„Mein Pluto steht im Löwen.“
Pluto:
„Dann schreibe und helfe Menschen, damit sie Dumpfheit und Nichtwissen hinter sich lassen.
Schreibe den Teil über mich bedeutend umfangreicher als andere Einführungen zu den astrologischen Energien. Ich möchte, dass man lesen kann, was ich alles nicht bin.
Hilf den Menschen, damit sie sich an sich erinnern und die Plutoenergie bewusst, unverfälscht und nutzbringend leben können.

Beschreibe die plutonische Übung, damit man sie zum Töten des Toten nutzen kann.
(Das werde ich in meine Buch machen. W.T. )
Du wirst sehen, was übrigbleibt ist schon ganz ansehnlich.
Das ist nicht meine Sache.
Das ist das Leben selbst.
Nach dem Treffen saß ich noch länger auf der Bank am Rhein, dankbar, nachdenklich, tief im Herzen angesprochen und ließ das Gespräch nachklingen.
Ich kam zu der Erkenntnis:
Pluto ist der Befreier. Pluto ist tätige Liebe.

Dieser Text stammt aus einem Unveröffentlichten Manuskript zur Transformatorischen Astrologie