Ein Brief an eine Astrofreundin:


Die Astrologin Bärbel Roy hatte mich in Facebook, nach einem Artikel über die Transformatorische Astrologie, scherzhaft (wir kennen und wir verstehen uns gut) gefragt, ob ich sie als beratende Astrologin arbeitslos machen möchte.

Zunächst hatte ich ihr so geantwortet:
“Genau. 😉”

“Es kommen sicherlich genug, die trotzdem fragen, denn die Technik verlangt für den Fragenden einiges, was viele nicht so einfach bringen können.
Das war ein tröstendes Wilfriedwort.
Ist es mir etwas gelungen? Das Ding mit dem Trost?”

Dann habe ich ihr ausführlicher geantwortet:

Liebe Bärbel, Deine wohl mehr rhetorisch gemeinte Frage geht mir nicht aus dem Sinn. Deswegen möchte ich sie ernsthaft und ausführlicher beantworten. Vorab: Ich möchte weder Dich, noch Deine Arbeit, noch die Arbeit irgendeines Astrologen überflüssig machen.

Ich möchte dazu beitragen, das Verhältnis vom Berater zum Beratenden neu zu überdenken und vielleicht auch neu zu gestalten.

Bisher ist es so, dass der astrologische Berater/die Beraterin als der/die Wissende auftritt und der Fragende den passiven, den konsumierenden, den empfangenden Part übernimmt.
Der Fragende bekommt die stimmige Antwort.D
Der Fragende bekommt bestenfalls die stimmige Antwort.

1. Eine stimmige Antwort des Astrologen ist keinesfalls „normal“. Ein einfacher Grund ist: meistens fließt die Weltsicht des beratenden Astrologen mit in seine Beratung/ astrologischen Aussagen ein.

2. Der Beratende ist aktiv, er „arbeitet“ für den Fragenden. Er analysiert das Astrogramm in Bezug auf die Fragen und das Thema. Er bereitet die Antworten vor. Er formuliert die Antworten. Der Fragende ist der Rezipient.
Aus der Pädagogik und pädagogischen Psychologie ist hinreichend bekannt, dass der Lerneffekt bedeutend größer ist, wenn der Schüler (in diesem Falle der Ratsuchende) die Aufgaben selbst löst und der Berater/Lehrer anleitend und unterstützend zur Seite steht.
Würde man klientenzentriert in der Astrologie vorgehen, käme der Fragende/Ratsuchende in eine qualifiziertere Auseinandersetzung und hätte wahrscheinlich auch einen größeren Lerneffekt.

3. Meist findet in der herkömmlichen Beratungssituation ein gutes aufklärendes Gespräch über die astrologischen Inhalte statt. Sicher werden auch emotionale Inhalte des Ratsuchenden berührt und angesprochen, doch nicht bearbeitet. Falls der Berater in Gesprächsführung firm und ausgebildet ist, hat der Fragende Glück. Das ist jedoch meist nicht der Fall.
Meines Wissens beinhaltet kaum eine astrologische Ausbildung psychologische Gesprächsführung, weil die Ausbilder selbst darin nicht bewandert sind. Die herkömmliche Ausrede eines Beraters ist genügend bekannt: „Allgemein reicht das astrologische Wissen und eine gewisse Lebenserfahrung, um eine gute Beratung zu machen.“
Von einem Bewandertsein in psychologischer Gesprächsführung braucht man bei den meisten Astrologen gar nicht zu reden. Diese wäre jedoch in vielen Beratungssituationen nötig, weil sehr viele Klienten/ Ratsuchende in inneren Nöten stecken, und weil ihnen mit einer astrologisch stimmigen Auskunft nicht oder nur oberflächlich gedient ist.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang besonders an die Menschen, die mit Partnerschafts- und Einsamkeitsfragen oder mit Fragen zum Lebenssinn den/die astrologische BeraterIn aufsuchen.

Wenn ich mir anschaue, was in den Gruppen in Facebook von „Beratern“ und „Beraterinnen“ von sich gegeben wird, bin ich manchmal wie sprachlos, dass der / die AdministratorIn das nicht löscht.
Sehr oft macht sich hier ein psychologisches Stammtischwissen der einfachsten Art breit, ein Einfühlungsvermögen ist oft gleich null.
Oft erscheint es mir auch so, als ob der Beratende eine Antwort auf eine nicht gestellte Frage gibt. D.h. der Berater antwortet auf eine Frage/auf ein Thema, das er/sie so oder so verstanden hat.
Man könnte manchmal lachen, wenn es den Fragenden nicht wirklich ernst mit der Frage wäre und es ihnen nicht wirklich um etwas ginge.

4. Bestenfalls kommt es in einer herkömmlichen Beratungssituation zu einem Gespräch und Austausch, wenn der Ratsuchende nachhakt.
Das ist empfehlenswert und gut und sicherlich mehr als eine pure Beratung und Darstellung des astrologischen Wissens.

5. Auf Grund der Missstände kann man es für gerechtfertigt halten, dass viele Berater ein kleines Entgelt oder auch gar nichts berechnen.

Meine Vision ist, dass der Beratende zumindest eine grundlegende Zusatzausbildung in Beratungstechniken erlernt hat. (Mein persönliches Glück und Können ist, dass ich diese Techniken während des Studiums erlernt habe und nach dem Studium Zusatzausbildungen absolviert habe.)
Dem schließe ich eine weitere Vision und einen großen Wunsch an: Ich würde mich sehr freuen, wenn sehr viel astrologische Berater den Klienten / Fragenden mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen würden.
Ich höre es schön: „Mache ich!“, „Mir geht es nur um den Klienten!“, „Ich kenne es nicht anders, als dass es mir um den Klienten geht.“
Wie oft habe ich diese Sätze schon gehört!
Solche Sätze belegen mir, dass der beratende Mensch nach bestem Wissen und Gewissen tätig sein mag oder tätig ist, ihm jedoch nicht bekannt ist, dass man „es“ auch noch anders machen kann.
Meiner Wahrnehmung nach geht es den meisten Beratern um das Vermitteln, das Erzählen und die Darstellung ihres astrologischen Wissens (ich wiederhole mich), für das sie Anerkennung erhalten.
(Das könnte auch das niedrige Entgelt, was viele Berater verlangen, erklären. Anerkennung ist die Entlohnung anstatt Geld als Lohn).


Meine Art der astrologischen Beratung stellt den Fragenden/ Ratsuchenden/ Klienten inhaltlich und auch formal wirklich in den Mittelpunkt.

Ich führe den Fragenden dahin, dass er sich seine Fragen selbst beantwortet.
Die astrologischen Antworten können auch Menschen geben, die kaum eine Ahnung oder Vorbildung in Astrologie haben! Ich mache die Astrologie für die Menschen und Ratsuchenden erlebnisfähig.
Sie werden angeleitet, die Energie des Astrogramms auf sich wirken zu lassen und zu erfahren. Der Weg ist einfach zu beschreiten, weil das Geburtshoroskop ein Spiegel ihrer eigenen Energie ist!
Der Klient erlebt seine Energie, bringt seine Inhalte in sein Bewusstsein, setzt sich mit seinen Inhalten und nicht mit den astrologischen Inhalten, die der Berater ihm erzählt, auseinander.
Er lernt sich direkt mit Informationen, die kongruenter mit ihm selbst nicht sein können, kennen.
Das nennt man Selbsterfahrung.
Das ist Selbsterfahrung der besten Art!
Der Berater wird zum Begleiter (das behaupten und sind die herkömmlichen Astrologen auch.) Dem Ratsuchenden wird ein technisches, (nicht inhaltliches) Gerüst geboten, an dem er sich entlang bewegen kann. (Das behaupten die herkömmlichen Astrologen auch.)
Nur selten werden dem Fragenden eine oder mehrere Verstehensmöglichkeiten seiner Inhalte als Hilfestellung angeboten. Er schafft sie sich selbst.
Das ist der Weg, wie der Fragende / Klient mit seinen Themen in den Mittelpunkt kommt und auch dort bleibt. Das ist die Art, wie der Klient den größtmöglichen Profit und Vorteil aus der Beratung ziehen kann.

Ich bin stolz darauf, diese Umgewichtung von astrologischer Wissensvermittlung und Interpretation zu klientenzentrierte Astrologie gemacht zu haben.

Das ist die direkte Hinwendung zum Ratsuchenden.”




Klick: Bärbel Roy

hat dann geantwortet:

“das würde ich dir auch so bescheinigen aus dem was wir bisher miteinander besprochen haben. LG “