Die Grundlagen III “Kongruenz”

Kongruenz ist in zweierlei Hinsicht wichtig.
Einmal als Teil der Selbsterfahrung und Selbsteinschätzung, indem man feststellt, wie weit man derzeit mit sich selbst divergiert oder übereinstimmt.
Und einmal: Kongruenz ist als Technik zur Entwicklung der bewussten Vervollständigung und der Ichwerdung unerlässlich.
Es gibt Menschen, denen man schon an der Stimme anhört, dass sie wie ein Roboter funktionieren, und null Erleben von dem haben, was sie sagen und sonst noch so von sich geben. Andere sprechen über sich und ihr Leben, als ob sie wüssten – und doch anzweifelten – dass es sie gibt. Oder so, als ob sie nichts mit sich zu tun hätten. Anderen sieht man an, dass sie viel Kopf haben und viel über sich wissen, doch kein Gefühl für sich haben. Und dann gibt es noch diejenigen, die sich fühlen und nicht begreifen.
Zu guter Letzt möchte ich die „ZuHauseMenschen“, wie ich sie tituliere, als mögliches Ziel des Daseins und der Selbstkongruenz erwähnen.
Sie wirken souverän, in sich ruhend und selbst dann, wenn andere außer sich sind, wie bei einem Wut- oder Lachanfall, sind diese Menschen bei sich.
Man merkt es z. B. daran, dass sie in einer Situation nicht die Schuldigen oder die Ursache, sondern bestenfalls den Anlass für ihr Verhalten sehen.
Man mag sich darüber wundern, dass „Verantwortung“ für solche ZuHauseMenschen ein Fremdwort ist.
Verantwortung ist für sie derart selbstverständlich, dass sie vollständig damit kongruent sind und damit „Verantwortung“ gar nicht spüren oder sich daran erinnern müssen, Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiteres auffallendes Kriterium ist, dass diese Menschen einen Standpunkt haben.
Sie haben ihren Standpunkt.
Was sie nicht haben, ist Moral. Das mag wundern, Moral ist etwas für Menschen, die die Orientierung der Moral benötigen, weil sie keine innere Orientierung haben. ZuHauseMenschen werten nicht in gut oder böse und deren Variationen.
ZuHauseMenschen wissen genau, was pro und anti Leben ist.
Aus diesem Wissen ziehen solche Menschen ihre Normen und Werte und treffen ihre Entscheidungen.
Das Leben eines ZuHauseMenschen ist für jemanden, der nicht kongruent mit sich ist, kaum vorstellbar. Man kann es jedoch bei anderen Menschen sehen, hören und fühlen. Man kann sie sich, man kann sich ihren Zustand zum Vorbild nehmen. Zugegeben, es sind nicht so viele Menschen, die in diesem Zusammenhang als Vorbild dienen können.
Doch…
In diesen Ausführungen haben ich bisher noch nicht über Astrologie gesprochen. Das wird sich gleich ändern.
Inwieweit jemand mit den Inhalten seines Geburtshoroskops kongruent ist, muss man differenziert betrachten.
Es stimmt mit Sicherheit, wenn ich schreibe, jeder ist in jedem Augenblick mit seinem Geburtshoroskop kongruent.
Das ist nicht damit zu verwechseln, ob er sich der Inhalte des Horoskops bewusst ist. Jeder Mensch, der nicht kongruent mit den reinen Prinzipien seines Astrogramms ist, ist sich nicht der gesamten Inhalte bewusst.
Vollständige Kongruenz ist mit vollständiger Bewusstheit gleichzusetzen.
Darum geht es, das ist das letztendliche Ziel.
Jedenfalls geht es darum in der Transformatorischen Astrologie.
Es gibt genug Leute, die sich das nicht vorstellen können, die können das Experiment gleich sein lassen, weil sie sich keine Chance geben.
Es ist sehr einfach festzustellen, ob ein Mensch vollständig bewusst und mit sich kongruent ist. Da ist das Geburtshoroskop eine große Hilfe.
Man gehe in Resonanz mit den Energien des Astrogramms.
Man stelle fest, ob und wie die Resonanzen körperlich und emotional erlebt werden.
In einem weiteren Schritt kann man – muss man nicht – den Blick über das Geburtshoroskop gleiten lassen.
Wahrscheinlich bleibt es an einem Symbol oder in einem freien Bereich hängen. Man kann in diesem Falle davon ausgehen, dass man sich an einem derzeit oder chronisch, subjektiv oder objektiv wichtigen Energiefeld „eingehakt“ hat.
Das ist ein sicheres Zeichen, dass die absolute und unbedingte Ebene (die Ebene ohne Bedingungen) des Astrogramms (noch) nicht erreicht ist.
Das bedeutet, dass die Kongruenz mit sich, Bewusstheit und die unbedingte und resonanzfreie Ebene identisch sind.
Resonanz kann man als Aufforderung verstehen, kongruent mit der resonanzverursachenden Energie/den Inhalten des Astrogramms und mit verspürtem Erleben zu werden.
So werden Polaritäten zur Einheit.
Das ist die prinzipielle Strategie für den Weg zu sich „zurück“, bzw. der Weg zum bewussten Beobachter ist der der zunehmenden Kongruenz.
Das hört sich vielleicht interessant an, ist auch einfach zu formulieren, doch schwierig zu gehen.
Der Weg mag lang, mühsam, mit Hindernissen, Umwegen und Irrtümern gespickt sein.
Nur Mut.
Wer den Weg nicht beginnt, wer den Weg nicht geht, wird niemals ankommen können.
Der Sinn der Kongruenz ist, so zu werden, wie man ist.
Der Ergebnis der Kongruenz ist einfach besser, kraftvoller, aktiver und vor allen Dingen genussvoller leben.
Nicht mehr und nicht weniger und das voll und ganz!